Kesseltausch-Förderung wieder aufgenommen

Bioenergie überholt Erdgas Weiter

Anmeldeportal ab 2. November geöffnet – Anerkennung bereits gestellter Anträge

12.10.2026

(PA-ÖBMV) Der Österreichische Biomasse-Verband begrüßt die Wiederaufnahme der Kesseltauschförderung durch den Bund, betont jedoch, dass die derzeitigen Kesseltauschraten bei Weitem nicht ausreichen, um das Ziel eines vollständigen Ausstiegs aus dem Heizen mit Erdöl und Erdgas bis 2035 zu erreichen. In der nächsten Förderperiode werden Biomasse-Nahwärmeanschlüsse mit 4.000 Euro und der Umstieg von fossilen Heizsystemen auf Biomasseheizungen mit 6.000 Euro (zuvor bis zu 8.500 Euro) gefördert. Eine Antragstellung über das Online-Portal ist ab 2. November möglich. Heuer bereits gestellte Anträge, die aufgrund der frühzeitigen Förderschließung nicht zum Zug gekommen sind, können ab dem 2. November wieder berücksichtigt werden. Wenn die FörderwerberInnen die Umsetzung rechtzeitig schaffen, wird die Kesseltauschprämie heuer noch ausbezahlt. Für die Förderung des Kesseltausches stehen in dieser Förderperiode rund 180 Mio. Euro zur Verfügung. Ziel der Bundesregierung ist es, mit diesem Budget rund 30.000 fossile Heizungsanlagen durch erneuerbare Heizsysteme zu ersetzen. Um die rund 440.000 öl- und 840.000 gasbetriebenen Heizungsanlagen innerhalb von acht Jahren bis 2035 vollständig auszutauschen, müssten jedoch jährlich im Schnitt etwa 160.000 (55.000 Öl; 105.000 Gas) fossile Heizungen durch Scheitholzkessel, Nah- und Fernwärmeanschlüsse, Pellets- und Hackgutheizungen sowie Wärmepumpen ersetzt werden. Detaillierte Informationen zur neuen Förderung werden unter www.sanierungsoffensive.gv.at zeitgerecht bereitgestellt.

Ausstieg aus Erdgas- und Erdölheizen rechnet sich!

„Die Nachfrage nach Biomassekesseln ist gegeben. Das zeigt, dass das Förderbudget bereits Mitte des Jahres ausgeschöpft war und keine Anträge mehr angenommen werden konnten. Mit der Wiederaufnahme der Kesseltauschförderung stellt die Bundesregierung Kontinuität her und vermeidet ein Kesseltauschloch. Wir hoffen, dass sich die Förderhöhenkürzungen nicht weiter negativ auf die Gesamtverkaufszahlen auswirken, diese haben sich im Vergleich zum Vorjahr in einigen Segmenten halbiert, während der Verkauf fossiler Kessel konstant geblieben ist“, erklärt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. „Für das Budget ist die Wiederaufnahme des Kesseltausches eine gute Nachricht. Jeder Förder-Euro, der in die Kesseltauschförderung investiert wird, fließt über Lohn- und Sozialversicherungsabgaben sowie die Umsatzsteuer zurück ins Budget, noch bevor er ausgegeben wurde, da Brennstoffe, Kesseltechnik und Installation aus dem Inland stammen.“ Neben der Versorgungssicherheit und regionalen Wertschöpfung ist der Brennstoffkostenvorteil weiterhin evident. Pellets kosten beispielsweise 8,5 Cent/kWh, Brennholz rund 7 Cent/kWh und Waldhackgut 4 Cent/kWh – die fossilen Pendants hingegen: rund 18 Cent/kWh für Heizöl und 15 Cent/kWh für Erdgas (Stand September 2026).

Überblick Bioenergie in Österreich

Mehr als die Hälfte der verbrauchten erneuerbaren Energie in Österreich, Europa und weltweit wird durch Bioenergie bereitgestellt. Österreichweit hat Bioenergie Erdgas als zweitwichtigsten Energieträger überholt. In Kärnten hat Bioenergie Erdöl als wichtigsten Energieträger überholt. Dank des Bioenergie-Ausbaus kann Österreich auf Kohle- und Atomkraftwerke verzichten und den Ausstieg aus Erdöl- und Erdgasheizungen bewerkstelligen. Die Kapazität der in den vergangenen Jahren errichteten Holzenergie-Anlagen übersteigt die sämtlicher abgeschalteter Kohlekraftwerke inklusive jener des AKW-Zwentendorf. Holzbrennstoffe basieren auf Reststoffen und Koppelprodukten, die im Wald bei der Waldpflege und bei der Herstellung von Holzprodukten anfallen. Diese würden sonst ungenutzt verrotten und dabei CO2 freisetzen. Damit ist Bioenergie der günstigste nachhaltige Brennstoff für erneuerbare Wärme. Für einen Kubikmeter verbautes Holz fallen sechs Kubikmeter Nebenprodukte an, die auch energetisch verwertet werden können. Die energetische Nutzung dieser Nebenprodukte generiert die mit Abstand höchsten CO2-Einsparungen in der Nebenprodukte-Verwertung. 

Rückfragehinweis:
Antonio Fuljetic,
Österreichischer Biomasse-Verband,
Tel: +43 (0)1 533 07 97 – 31, 0660 85 56 804,
 fuljetic@biomasseverband.at
www.biomasseverband.at

 

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