Wärme aus Biomasse


Heizen mit Hoz stellt eine kostengünstige Alternative zu fossilen Brennstoffen dar und hat sich in den letzten Jahren durch eine hohe Preisstabilität ausgezeichnet. Die Möglichkeiten der Wärmenutzung von Biomasse sind zahlreich. Sie reichen vom einfachen Herd oder Zimmerofen über Pelletskaminofen, Kachelofen, Hackgutfeuerung, vollautomatische Zentralheizungssysteme mit Hackgut oder Pellets bis zur Objekt- und Nahwärmeversorgung.

Am Wärmemarkt macht Biomasse immer mehr Boden gut. So stieg der Anteil der mit Scheitholz, Hackschnitzeln, Pellets oder Briketts beheizten Haushalte in Österreich zwischen 2003/04 und 2009/10 von 18,7 % auf 20 %. Zugleich war ein Rückgang kohlebeheizter Haushalte von 67.831 auf 24.048 Einheiten zu beobachten. Einen signifikanten Rückgang verzeichneten auch die heizöl- und flüssiggasbeheizten Haushalte, deren Anzahl sich im Vergleichszeitraum um knapp 170.000 auf 738.666 reduzierte. In Marktanteilen ist die Anzahl der fossil beheizten Haushalte (Erdgas, Heizöl, Flüssiggas, Kohle, Koks) von 54,8 % 2003/04 auf 47,3 % 2009/10 gefallen. Die Biowärmeproduktion stieg zwischen 2005 und 2011 von 127 PJ um 26 % auf 160,4 PJ, wobei im Jahr 2011 rund 77 % auf Biomasse-Einzelfeuerungen und 23 % auf Biomasse-Fernwärmeanlagen entfielen. Während sich die Biomasse-Fernwärme in diesem Zeitraum von 12,7 PJ auf 36,3 PJ fast verdreifachte, stieg die Biowärmeproduktion in Einzelfeuerungen (Scheitholz-, Hackschnitzel- und Pelletsfeuerungen) um 8,5 % von 114,3 PJ auf 124,1 PJ.

Potenzial für 475.000 neue Biomasse-Heizungen bis 2020 Das Biowärme-Ausbaupotenzial bis 2020 wird auf 31,5 PJ geschätzt. Damit könnte die Biowärmeproduktion um knapp 20 % auf 192 PJ erhöht werden. Es wird erwartet, dass etwa 63 % des Ausbaupotenzials auf Einzelfeuerungen – von Biomassekleinfeuerungen bis zu größeren gewerblichen Einzelanlagen – entfallen. Die restlichen 37 % verteilen sich auf Biomasse-Fernwärmeanlagen, Mikronetze und Abwärmenutzungen aus Biomasse- und Biogas-KWK-Anlagen. Bis 2020 könnten etwa 475.000 Haushalte auf Biowärme umsteigen.

Bedeutung des Wärmesektors für die Energiewende Entgegen der öffentlichen Meinung, die den Begriff Energie oft mit Strom gleichsetzt, wird mehr als die Hälfte des Endenergieeinsatzes in Österreich für Raum- und industrielle Wärme benötigt (s. Abb. 7). Damit bietet der Wärmebereich das größte Potenzial für den Einsatz erneuerbarer Energien und speziell für die Biomasse. Bei der Heizkessel-Technologie ist Österreich weltweit ein Vorreiter. Der Umstieg beim Heizen von fossilen Brennstoffen auf Biomasse rechnet sich bereits nach wenigen Jahren, ohne dass hohe Förderungen notwendig sind.

Publikationen zum Thema

Bioenergie 2020


Im vorliegenden Grundsatzpapier „Bioenergie 2020“ werden aufbauend auf eingehenden Potenzialanalysen realistische Ziele für den weiteren Ausbau der Bioenergie in Österreich definiert. Dabei werden sowohl …

  • Größe: 5.3 MB
  • Veröffentlicht: 19.10.2011
  • Autor: ÖBMV
Wärme aus Holz


Der Informationsfolder „Wärme aus Holz” bietet dem Leser einen schnellen und leichten Überblick der unterschiedlichen Holzheizsysteme und der eingesetzten Brennstoffe.

  • Größe: 5.6 MB
  • Veröffentlicht: 08.06.2011
  • Autor: ÖBMV