Volkswirtschaftliche Bedeutung der Bioenergie


Der verstärkte Einsatz von Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energie erhöht nicht nur den nationalen Selbstversorgungsgrad mit Energie und reduziert die Treibhausgas-Emissionen, sondern bringt auch eine Umstrukturierung der heimischen Wirtschaft in Richtung eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems mit sich. Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energie haben in Österreich in vielen Bereichen eine lange Tradition, aus der Marktführerschaften, Patente und Forschungskompetenzen hervorgegangen sind. Dieser Hintergrund eröffnet den heimischen Unternehmen auch große Chancen auf den Exportmärkten und bringt dem Staat eine hohe inländische Wertschöpfung. Den größten Beitrag zum Gesamtumsatz erbringt unter den erneuerbaren Energien der Sektor der festen Biomasse mit 41,6 %. Er erzielte 2010 einen Gesamtumsatz aus Investitionen und Betrieb von Anlagen von 2,2 Milliarden Euro. Die Bereitstellung der festen biogenen Brennstoffe ist auch jener Bereich, der mit 1,3 Milliarden Euro die größten absoluten Betriebseffekte aller betrachteten Technologien erbringt. Im Bereich der Investitionen in die Technologien sind etwa 19.800 Beschäftigte, und im Bereich der Betriebseffekte rund 17.900 Beschäftigte zu verzeichnen. Der größte Teil der Betriebseffekte resultiert dabei aus dem Betrieb der Anlagen zur energetischen Nutzung fester Biomasse, wobei sich der überwiegende Anteil des Beschäftigungseffektes wiederum aus der Bereitstellung der Brennstoffe (Stückgut, Hackgut und Holzpellets) ergibt. Insgesamt ist fast jeder zweite Arbeitsplatz der Branche Erneuerbare Energie im Bereich der Nutzung fester Biomasse angesiedelt.

Umsatz mit Kesseln und Öfen

Im Jahr 2011 wurden im österreichischen Inlandsmarkt 10.505 Pelletskessel, 6.328 typengeprüfte Stückholzkessel und 4.360 Hackschnitzelkessel – jeweils alle Leistungsklassen – abgesetzt. Zusätzlich konnten 3.501 Pelletsöfen, 8.802 Herde und 26.956 Kaminöfen verkauft werden. Österreichische Biomasse-Kesselhersteller setzen rund 70 % ihrer Produktion im Ausland ab. So kommen z. B. zwei von drei in Deutschland installierten Biomassefeuerungen aus Österreich, wobei Deutschland und Italien für die Produzenten die größten Exportmärkte darstellen.

Chancen für die österreichische Wirtschaft

Das beträchtliche Entwicklungspotenzial im Bioenergiesektor schafft Chancen für Einkommen und „Green Jobs“ in der Land- und Forstwirtschaft, in der Holz verarbeitenden Wirtschaft, in der Energiewirtschaft und im Brennstoffhandel, bei der Produktion von Maschinen und Geräten, im Anlagenbau, aber auch in Forschung und Entwicklung, Schulung, Beratung und Weiterbildung. Gelungene Geschäftsmodelle und Erfolgsgeschichten im Inland sind die Basis für den Export von Maschinen und Geräten zur Ernte von Biomassen und zur Erzeugung von Biobrennstoffen sowie von Anlagen zur effizienten Nutzung von Biomasse zur Wärme-, Strom- und Treibstoffproduktion.

Publikationen zum Thema

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